Stimme einer Teilnehmerin

All – Tag bewegt
Bewegter Tag für Einzelpersonen in Engelberg

Ein Tag über den Alltag

„Nimm Fotos und/oder Gegenstände mit, die mit deinem Alltag zu tun haben“. So lautete die Aufforderung im Vorfeld des eintägigen Workshops mit konkreet, geleitet von Sandra Marisa Tommasini und Susanne Vonarburg.

Schon bevor ich mich auf den Weg nach Engelberg mache, habe ich mich also bereits einmal mit meinem Alltag, der oftmals beinah unbemerkt an mir vorüberzieht, auseinandergesetzt. Wie sieht denn mein ganz normaler Alltag eigentlich aus? In welcher Umlaufbahn kreise ich? Womit verbringe ich meine Zeit? Das sind wichtige Fragen, die es wert sind, gehört und auf eine ganz persönliche Weise erörtert zu werden. Denn was uns so selbstverständlich erscheint, läuft oftmals Gefahr, vor lauter Routine gar nicht mehr bewusst wahrgenommen zu werden.

Um die Wahrnehmung geht es also, und darum, sich auf einen farbigen und ungewöhnlichen Tag einzulassen. Und der beginnt mit einer herzlichen Begrüssung und einem sanften Einstieg mit einigen Überraschungen, die natürlich hier nicht verraten werden. Denn wer von seinen Alltags-Mustern einen Schritt zurücktreten möchte, sollte auf jeden Fall mit Überraschungen rechnen. Nach der Pause geht es dann zur Sache resp. zum Alltagsgeschehen der einzelnen TeilnehmerInnen. Wie verschieden sich doch das tägliche Leben zeigt! Es macht Spass, zu erfahren wie andere Menschen ihren Alltag gestalten, was ihnen wichtig ist und womit sie die meiste Zeit verbringen. Und im gemeinsamen Austausch erfahre ich immer auch etwas über mich selbst.

Sorgfältig haben die Workshop-Leiterinnen jeden Schritt vorbereitet. Eigene Erfahrungen und Erlebnisse während des Tages werden didaktisch mit wissenschaftlichen Modellen verknüpft, um die Perspektive auf die aktuelle Lebenssituation zu erweitern. Und immer wieder heisst es: Schuhe und Jacke anziehen, es geht raus an die frische Luft. Auf einem kleinen Spaziergang kann uns so manche Eingebung zufallen. Wer verharrt, dem erscheint der Alltag wahrlich alltäglich. Wenn wir aber „bewegt“ sind, erleben wir die Momente in ihrer Einmaligkeit. Denn das Leben selbst ist Alltag in Bewegung!

Die eigene und die gemeinsame Reflexion haben auch ihren Platz an diesem Tag. Wo läuft es gerade wunderbar in meinem Leben, wo wäre Bedarf für eine Veränderung? Was will bewegt werden? Es wird ausgetauscht, sinniert. Wir halten die Einsichten fest, wir schreiben und gestalten, um etwas Neues mitzunehmen in unseren Alltag, der doch gar nicht so alltäglich ist wie ursprünglich angenommen. Zum Schluss unterstützen uns die Leiterinnen mit der Kraft des Feuers noch einmal darin, Altes loszulassen und Veränderungen in unserem Alltag willkommen zu heissen.

Der Tag neigt sich langsam zu Ende. Letzte Sonnenstrahlen tauchen die Berggipfel in rosa-orangenes Licht. Sich in dieser magischen Szenerie im Dorf der Engel auf eine spielerische Art seinem Alltag zuzuwenden, das war reichhaltig und spannend.

Müde, aber leichten Herzens und mit einer ganzen Palette an neuen Werkzeugen und Inputs mache ich mich auf den Weg zurück nach Zürich.

 

Corina Capri